Steuerberechnung und Umsatzsteuerrechner

Mathematisch wird die Umsatzsteuer nach folgender Formel berechnet: Bemessungsgrundlage (Nettobetrag) x Steuersatz (7 bzw. 19%) = Umsatzsteuer.
Der Rechnungs- bzw. Bruttobetrag berechnet sich aus Nettobetrag + Umsatzsteuer.
Der Rest ist Prozentrechnung (-> siehe auch Prozentrechner):
Alle weiteren Berechnungen können durch umstellen der Mehrwertsteuer Formel erfolgen, wie z.B.:
Nettobetrag = Bruttobetrag / (1 + Steuersatz), Beispiel: Nettobetrag = 119 / 1,19 = 100
Umsatzsteuer = Bruttobetrag / (1 + Steuersatz) * Steuersatz, Beispiel: Umsatzsteuer = 119 / 1,19 * 0,19 = 100

Umsatzsteuerrechner

Nettobetrag
+ Umsatzsteuer € bei   % USt.
= Brutto

 

 

 

 

Umsatzsteuer berechnen bei unterschiedlichen Steuersätzen

Die Umsatzsteuer ist etwas komplizierter zu berechnen, wenn unterschiedliche Steuersätze anzuwenden sind und die Entgelte (Bemessungsgrundlagen) nicht getrennt aufgezeichnet werden. Für diese Fälle hat die Finanzverwaltung eine vereinfachte Methode zur Berechnung der Umsatzsteuer entwickelt:

Erleichterte Trennung der Bemessungsgrundlagen, Merkblatt

BMF, 6.5.2009, IV B 8 - S 7390/09/10001

Bezug:

BMF-Schreiben vom 5.1.2005, IV A 5 – S 7390 – 1/05 (BStBl 2005 I S. 69);

BMF-Schreiben vom 6.3.2009, IV B 8 – S 7390/09/10001 (2009/0130036);

Schreiben des Ministeriums der Finanzen Rheinland-Pfalz vom 14.4.2009, S 7390 A – 98 – 330 – 445

1 Anlage

Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird das „Merkblatt zur erleichterten Trennung der Bemessungsgrundlagen” nach dem Stand Mai 2009 herausgegeben (siehe Anlage).

Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.

Merkblatt

zur erleichterten Trennung der Bemessungsgrundlagen

(§ 63 Abs. 4 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung – UStDV)

Stand: Mai 2009

I. Vorbemerkung

(1) Unternehmer, deren Umsätze unterschiedlichen Steuersätzen unterliegen, müssen in ihren Aufzeichnungen ersichtlich machen, wie sich die Entgelte auf die einzelnen Steuersätze verteilen (§ 22 Abs. 2 Umsatzsteuergesetz – UStG). Dem Unternehmer, dem wegen der Art und des Umfangs des Geschäfts eine Trennung der Entgelte und Teilentgelte bzw. der Bemessungsgrundlagen nach Steuersätzen in seinen Aufzeichnungen nicht zuzumuten ist, kann das FA auf Antrag Erleichterungen gewähren (§ 63 Abs. 4 UStDV). Eine solche Erleichterung der Aufzeichnungspflichten kommt allerdings nicht in Betracht, wenn eine Registrierkasse mit Zählwerken für mehrere Warengruppen oder eine entsprechende andere Speichermöglichkeit eingesetzt wird.

(2) Das FA darf nur ein Verfahren zulassen, dessen steuerliches Ergebnis nicht wesentlich von dem Ergebnis einer nach Steuersätzen getrennten Aufzeichnung abweicht. Die Anwendung des Verfahrens kann auf einen in der Gliederung des Unternehmens gesondert geführten Betrieb beschränkt werden.

(3) Die Regelungen zur erleichterten Trennung im Einzelnen ergeben sich aus Abschnitt 259 der Umsatzsteuerrichtlinien (UStR).

II. Aufschlagsverfahren

1. Allgemeines

(1) Die Aufschlagsverfahren kommen vor allem für Unternehmer in Betracht, die nur erworbene Waren liefern, wie z.B. Lebensmitteleinzelhändler, Milchhändler, Drogisten, Buchhändler. Sie können aber auch von Unternehmern angewendet werden, die – wie z.B. Bäcker oder Fleischer – neben erworbenen Waren in erheblichem Umfang hergestellte Erzeugnisse liefern. Voraussetzung ist jedoch, dass diese Unternehmer, sofern sie für die von ihnen hergestellten Waren die Verkaufsentgelte oder die Verkaufspreise rechnerisch ermitteln, darüber entsprechende Aufzeichnungen führen.

(2) Eine Trennung der Bemessungsgrundlagen nach dem Verhältnis der Eingänge an begünstigten und an nichtbegünstigten Waren kann nur in besonders gelagerten Einzelfällen zugelassen werden. Die Anwendung brancheneinheitlicher Durchschnittsaufschlagsätze oder eines vom Unternehmer geschätzten durchschnittlichen Aufschlagsatzes kann nicht genehmigt werden. Die Berücksichtigung eines Verlustabschlags für Verderb, Bruch, Schwund, Diebstahl usw. bei der rechnerischen Ermittlung der nichtbegünstigten Umsätze auf Grund der Wareneingänge ist, sofern Erfahrungswerte oder andere Unterlagen über die Höhe der Verluste nicht vorhanden sind, von der Führung zeitlich begrenzter Aufzeichnungen über die eingetretenen Verluste abhängig zu machen.

(3) Die vom Unternehmer im Rahmen eines zugelassenen Verfahrens angewandten Aufschlagsätze unterliegen der Nachprüfung durch das FA.

(4) In Fällen, in denen ein Unternehmen oder ein Betrieb erworben wird, sind bei der Anwendung eines Aufschlagsverfahrens die übertragenen Warenbestände als Wareneingänge in die rechnerische Ermittlung der begünstigten und der nichtbegünstigten Umsätze einzubeziehen. Diese Berechnung ist für den Voranmeldungszeitraum vorzunehmen, der nach der Übertragung der Warenbestände endet. Der Unternehmer hat die bei dem Erwerb des Unternehmens oder Betriebs übernommenen Warenbestände aufzuzeichnen und dabei die Waren, deren Lieferungen nach § 12 Abs. 1 UStG dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, von denen zu trennen, auf deren Lieferungen nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG der ermäßigte Steuersatz anzuwenden ist. Die Gliederung nach den auf die Lieferungen anzuwendenden Steuersätzen kann auch im Eröffnungsinventar vorgenommen werden.

(5) Dies gilt auch, wenn ein Unternehmen gegründet wird. In diesem Falle sind bei einer erleichterten Trennung der Bemessungsgrundlagen nach den Wareneingängen die vor der Eröffnung angeschafften Waren (Warenanfangsbestand) in die rechnerische Ermittlung der begünstigten und der nicht begünstigten Umsätze für den ersten Voranmeldungszeitraum einzubeziehen. In den Fällen, in denen ein Verfahren zur Trennung der Bemessungsgrundlagen umgestellt wird, sind übertragene Warenbestände entsprechend zu behandeln.

(6) Wechselt der Unternehmer mit Zustimmung des Finanzamts das Aufschlagsverfahren oder innerhalb des genehmigten Aufschlagsverfahrens die aufzuzeichnende Umsatzgruppe oder wird das Verfahren zur erleichterten Trennung der Entgelte auf der Grundlage des Wareneingangs ganz oder teilweise eingestellt, sind die Warenendbestände von der Bemessungsgrundlage des letzten Voranmeldungszeitraums abzuziehen (Abschnitt 259 Abs. 8 UStR).

Praxis-Beispiel

Beispiel 1:

Unternehmer U ermittelt die Entgelte der Lebensmittelgeschäfte in A und B auf der Grundlage des Wareneingangs unter Anwendung des gewogenen Durchschnittsaufschlags i.H.v. 25 % auf die Einkaufsentgelte zu 7 %. Ab 1.1.09 beabsichtigt U, für die Filiale in B einen gewogenen Durchschnittsaufschlag auf die Einkaufsentgelte von 21 % anzuwenden. Die Filiale in B hat den Umsatz für den Voranmeldungszeitraum Dezember 08 wie folgt zu ermitteln:

Wareneinkauf Dezember 08 zu 7 %

30.000,00

./.

Warenendbestand 31.12.08 zu 7 %

10.000,00

Zwischensumme

20.000,00

×

Durchschnittsaufschlagsatz 25 %

5.000,00

Nettoumsatz Dezember 08 zu 7 %

25.000,00

(7) Als Aufschlagsverfahren kommen in Betracht:

· Anwendung tatsächlicher oder üblicher Aufschläge (Nr. 2)

· Anwendung des gewogenen Durchschnittsaufschlags (Nr. 3)

2. Tatsächliche und übliche Aufschläge

(1) Die erworbenen Waren, deren Lieferungen dem ermäßigten Steuersatz unterliegen, sind im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto getrennt von den übrigen Waren aufzuzeichnen, deren Lieferungen nach dem allgemeinen Steuersatz zu versteuern sind. Auf der Grundlage der Wareneingänge sind entweder die Umsätze der Waren, die dem allgemeinen Steuersatz unterliegen, oder die steuerermäßigten Umsätze rechnerisch zu ermitteln. Zu diesem Zweck ist im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto für diese Waren neben der Spalte „Einkaufsentgelt” eine zusätzliche Spalte mit der Bezeichnung „Verkaufsentgelt” einzurichten. Die Waren der Gruppe, für die die zusätzliche Spalte „Verkaufsentgelt” geführt wird, sind grundsätzlich einzeln und mit genauer handelsüblicher Bezeichnung im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto einzutragen. Statt der handelsüblichen Bezeichnung können Schlüsselzahlen oder Symbole verwendet werden, wenn ihre eindeutige Bestimmung aus der Eingangsrechnung oder aus anderen Unterlagen gewährleistet ist. Bei der Aufzeichnung des Wareneingangs sind auf Grund der tatsächlichen oder üblichen Aufschlagsätze die tatsächlichen bzw. voraussichtlichen Verkaufsentgelte für die betreffenden Waren zu errechnen und in die zusätzliche Spalte des Wareneingangsbuchs oder des Wareneinkaufskontos einzutragen. Nach Ablauf eines Voranmeldungszeitraums sind die in der zusätzlichen Spalte aufgezeichneten tatsächlichen oder voraussichtlichen Verkaufsentgelte zusammenzurechnen. Die Summe bildet den Umsatz an begünstigten bzw. nichtbegünstigten Waren und ist nach Hinzurechnung der Steuer unter Anwendung des in Betracht kommenden Steuersatzes von der Summe der im Voranmeldungszeitraum vereinbarten oder vereinnahmten Entgelte zuzüglich Steuer (Bruttopreise) abzusetzen. Der Differenzbetrag stellt die Summe der übrigen Entgelte zuzüglich der Steuer nach dem anderen Steuersatz dar.

Beispiel 2:

Auszug aus dem Wareneingangsbuch/Wareneinkaufskonto

Rechnungs-Nr. und Datum der Eingangsrechnung

Rechnungsendbetrag

Vorsteuer

Einkaufsentgelte

7 %

Einkaufsentgelte

19 %

Verkaufsentgelte

19 %

1

2

3

4

5

6

8892v. 3.8.08

178,40

18,40

100,00

Ware Nr. Y 51 60,00

80,00

8998v. 5.8.08

442,40

42,40

280,00

Ware Nr. Y 12.120,00

150,00

Summe Aug. 08

28.464,90

2.634,90

18.940,00

6.890,00

9.250,00

+ 19 % Umsatzsteuer =

1.757,50

Summe der Verkaufspreise (Bruttoumsatz) zu 19 % =

11.007,50

Gesamtbetrag der vereinbarten (bzw. vereinnahmten) Entgelte zzgl. Umsatzsteuer

(Bruttoumsatz) August 08

35.660,00

+

Unentgeltliche Wertabgaben (ggf. pauschal)

400,00

Zwischensumme

36.060,00

./.

errechnete Verkaufspreise zu 19 % (siehe oben)

11.007,50

Umsatzsteuer =

1.757,50

verbleiben Verkaufspreise zu 7 %

25.052,50

Umsatzsteuer =

1.638,95

./.

Umsatzsteuer (7 %)

1.638,95

Verkaufsentgelte (Nettoumsatz) zu 7 %

23.413,55

+

Verkaufsentgelte zu 19 % (siehe oben Spalte 6)

9.250,00

Summe

32.663,55

Umsatzsteuer =

3.396,45

(2) Anstelle der Aufgliederung im Wareneingangsbuch oder auf dem Wareneinkaufskonto kann auch für eine der Warengruppen ein besonderes Buch geführt werden. Darin sind die begünstigten oder nichtbegünstigten War

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